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Budavári Sikló ist eine Standseilbahn in Budapest

Budavári Sikló ist eine Standseilbahn in Budapest - Myra Foto

Budavári Sikló ist eine Standseilbahn in Budapest

Die Budavári Sikló ist eine Standseilbahn in Budapest. Sie führt vom Donauufer auf den Burgberg.

Die Standseilbahn wurde 1870 eröffnet und ist eine der ältesten Standseilbahnen. Der Bau der Bahn für den Transport von Fahrgästen erfolgte 1869 auf Initiative von Ödön Széchenyi, dem Sohn von István Széchenyi, sodass die Bahn am 23. Oktober 1869 ihren ersten Testlauf absolvieren und am 2. März 1870 eröffnet werden konnte. Sie war die zweite in Europa. Ein ähnliches System gab es nur in Lyon. Die Bahntrasse wurde von zwei Fußgängerbrücken überquert, die 1900 wegen einer Erweiterung des Burggartens entfernt wurden. Sie wurden 1983 nach Originalplänen wieder errichtet.

1920 kam die Bahn in das Eigentum der Stadt. Im Zweiten Weltkrieg wurde sowohl der Gleiskörper als auch die Wagen durch Bomben zerstört. Erst 1983 wurde sie wieder aufgebaut.

Die Talstation befindet sich gegenüber der Széchenyi-Kettenbrücke auf dem Clark Ádám tér, die Bergstation befindet sich am Szent György tér am Burgberg.

Budavári Sikló ist eine Standseilbahn in Budapest - Myra Foto

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Technische Daten

Anzahl der Gleise: 2
Anzahl der Bahnhöfe: 2
Höhe – Talstation: 110 m
Höhe – Bergstation: 161 m
Höhenunterschied: 51 m
Antrieb: elektrisch
Geschwindigkeit: 3,0 m/s
Fahrgäste pro Wagen: 24
Personen/Stunde: 480

Standseilbahn

Eine Standseilbahn ist ein zu den Seilbahnen gehörendes schienengebundenes Verkehrsmittel, dessen Fahrbetriebsmittel auf Schienen oder anderen festen Führungen fahren und durch ein oder mehrere Seile bewegt werden. Mit diesem Verkehrsmittel können auf kurzer Strecke beträchtliche Höhenunterschiede überwunden werden. Bei Bergstrecken verkehren üblicherweise zwei Wagen oder Wagengruppen, die fest mit einem Drahtseil verbunden sind, das in der Bergstation über eine Seilscheibe geführt wird. Die beiden Wagen oder Wagengruppen am Drahtseil halten sich ungefähr im Gleichgewicht, so dass für den Antrieb der Bahn nur kleine Kräfte aufgebracht werden müssen. Der Antrieb erfolgte früher oft durch Wasserballast (Wasserballastbahn), heute meistens durch einen Elektromotor, der auf die Seilscheibe in der Bergstation wirkt. Bei den meisten Bahnen begegnet der talwärts fahrende Wagen dem bergwärts fahrenden Wagen in der Mitte der Strecke, wo eine Ausweichstelle angelegt ist. Kürzere Strecken sind alternativ oft zweigleisig angelegt.

Ebenfalls zu den Standseilbahnen gehören Sonderbauformen mit nur einem Wagen und einem Gegengewicht oder einer Seiltrommel, meist als Schrägaufzüge oder Windenbahnen bezeichnet.

Von der Standseilbahn zu unterscheiden sind die an das Zugseil an- und abkuppelnden Kabelbahnen, wie die San Francisco Cable Cars oder die Mini-Metro.

Budavári Sikló ist eine Standseilbahn in Budapest - Myra Foto

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Geschichte

In einem militärischen Feuerwerksbuch des Jahres 1411 wurde erstmals eine Standseilbahn beschrieben. Die frühen Standseilbahnen dienten im Wesentlichen dem Transport von Material und Personen zu Burganlagen auf steilen Bergkuppen. Die älteste erhaltene Standseilbahn der Welt dürfte der um 1495 errichtete Reißzug auf die Festung Hohensalzburg sein. Spätere Standseilbahnen entstanden vielfach als Schiffshebewerke im frühen 19. Jahrhundert im Kanalbau in Amerika.

Als älteste dem Personentransport dienende Standseilbahn zählt die 1845 eröffnete Wasserballastbahn Prospect Park Incline Railway bei den Niagarafällen in den Vereinigten Staaten. In Europa verkehrte 1862 die erste Standseilbahn in Lyon auf der Strecke Rue Terme–Croix Rousse, die 1967 stillgelegt und durch eine Straße ersetzt wurde. Die älteste auf originalem Gleis und Trasse verkehrende Standseilbahn Europas ist die seit 1870 verkehrende Budavári Sikló in Budapest. Die älteste unterirdische Standseilbahn, und die erste U-Bahn außerhalb Londons, ist der 1875 eröffnete Tünel (dt. Tunnel) in Istanbul.

Frühe Standseilbahnen wurden als Wasserballastbahnen gebaut, wobei aber auch stationäre Dampfmaschinen zum Einsatz kamen. (Beispiele: Schloßbergbahn in Budapest mit Antrieb in der Talstation, Rue Terme–Croix Rousse in Lyon mit Antrieb in der Bergstation).Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wurden viele Wasserballastbahnen auf elektrischen Antrieb umgestellt. Der elektrische Betrieb erlaubte leichtere Wagen, die kleinere Bremskräfte benötigen und deshalb auch schneller fahren konnten, so dass die Transportkapazität der Bahn gesteigert werden konnte.

Lesen Sie das auch: Széchenyi-Kettenbrücke Budapest, Burgberg zur Donau hin die Fischerbastei

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